Die Stephanuskirche in Nussbaum geht in ihren Ursprüngen auf das 14. Jahrhundert zurück. Sie wurde als Chorturmkirche errichtet und diente der Bevölkerung zugleich als Wehrkirche. In unruhigen Zeiten bot sie Schutz vor plündernden Soldaten und war damit nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch der Sicherheit.
Mit dem Wachstum der Gemeinde wurde die Kirche im 18. Jahrhundert zu klein. Deshalb wurde das Kirchenschiff nach Westen erweitert und an die Bedürfnisse der wachsenden Bevölkerung angepasst.
In den Jahren 1985 bis 1987 erfolgte eine umfassende Sanierung des Gotteshauses. Dabei
wurden auch die wertvollen Wandmalereien im Chorraum gesichert, die aus dem 15. und 16.
Jahrhundert stammen und bis heute von der langen Geschichte der Kirche zeugen.
Die Kirche ist dem heiligen Stephanus geweiht, dem ersten christlichen Märtyrer, der der
Überlieferung nach vor den Toren Jerusalems gesteinigt wurde.
Eine besondere Besonderheit stellt die Orgel dar. Sie wurde 1895 von der Orgelbaufirma Voit erbaut und ist deren erstes Instrument mit pneumatischen Windladen. Im Jahr 1986 erhielt sie einen neuen Spieltisch. Nach einer umfassenden Restaurierung durch die Werkstätte für Orgelbau Vier im Jahr 2023 erklingt sie heute wieder in ihrem vollen Klang.
Auch der Natur- und Artenschutz hat an der Stephanuskirche seinen Platz: Im Kirchturm befinden sich Nistmöglichkeiten für Dohlen und Turmfalken. Damit bietet das historische Bauwerk nicht nur Menschen einen Ort der Besinnung, sondern auch geschützten Vogelarten einen wertvollen Lebensraum.
Näheres zum Bau, zum Inneren der Kirche und den Glocken können Sie aus dem erschienenen Buch im J.S. Klotz Verlagshaus erfahren. Das Buch kann für 10,- Euro im Pfarramt Nussbaum erworben werden.